Traunsteiner Stall

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Neugummi oder Regenrat?

In unserer Werbung machen wir auf den Qualitätsunterschied zwischen Neugummi und Regeneraten aufmerksam. Tatsache ist, dass Bahnenware aus Neugummi verschleißfester und elastischer ist als Regeneratmatten. Warum ist das so?

Was ist eigentlich "Gummi"?
Als Gummi werden heute neben Naturkautschuk sehr viele synthetische Kunststoffe bezeichnet, die elastische Eigenschaften haben. Reifengummi oder Styrolbutadiengummi (SBR) ist einer dieser Kunststoffe, der sich durch sehr hohe mechanische Belastbarkeit auszeichnet. Neugummi in noch nicht vernetztem Zustand ist eine zähe, klebrige Masse. Unter Hitze und hohem Druck vernetzt der Gummi und nimmt seine endgültige Form an. Diese gummitypische Vernetzung (Polymerisation) nennt man Vulkanisation.

Was bedeutet "Vulkanisation"?
Typisch für alle unter dem Sammelbegriff Gummi laufenden Stoffe ist neben ihrer Elastizität die Besonderheit, dass der Vernetzungsprozeß dieser Kunststoffe (Vulkanisation) nur einmal stattfindet und nicht wieder rückgängig gemacht werden kann. Sie können also nicht wie thermoplastische Kunststoffe einfach wieder eingeschmolzen und neu verpresst, sondern müssen mechanisch mit hohem Energieaufwand zerkleinert werden. Regenerate werden durch solche Zerkleinerung vor allem aus Altreifen gewonnen. Diese Regenerate in Form von Granulaten mit unterschiedlicher Korngröße besitzen nur noch sehr geringe Bindekraft (Vernetzungsfähigkeit).

Um Regenerate wieder miteinander verbinden zu können, benötigt man deshalb ein Bindemittel, z. B. gelösten Neugummi. Die Bindung wird dadurch erzielt, dass das Bindemittel die Regeneratkrümel möglichst vollständig einschließt. Mit anderen Worten:
Der Regeneratanteil ist eigentlich Füllstoff, das Bindemittel sorgt für die Festigkeit! Bei einem Produkt mit 90 % Regeneratanteil verfügen also nur zehn Prozent des Materials über die volle Bindekraft!

Wegen ihrer Granulatform eignen sich Regenerate nur für Produkte mit einer gewissen Mindeststärke. Auch ist eine ausreichende Reißfestigkeit bei Regeneraten nur mit einer Mindeststärke zur erreichen. Bei Hochleistungsprodukten wie z.B. Zitzengummis muss das Material selbstverständlich zu 100 % die volle Bindekraft besitzen, deshalb kommt hierfür Regenerat nicht in Frage!

Huber Technik setzt deshalb nur original Reifenmischung ein, die zu 90 % noch nicht vulkanisiert war. Bei Regeneratprodukten wird zu 90 % Regeneratgummi mit geringer eigener Bindekraft eingesetzt.

Was heißt "Verschleißfestigkeit"?
Zur Bestimmung der Verschleißfestigkeit von Gummiprodukten werden vor allem Reißfestigkeit, Bruchdehnung und Abrieb untersucht. In allen drei Kriterien ist Neugummi Regeneraten, deutlich überlegen. Deshalb kann Huber Technik eine mindestens zehnjährige Lebensdauer garantieren.

"Verformung" oder: Warum braucht man eine Gewebeeinlage?
Viele Kunststoffe ändern ihre Form durch Wärme oder ständige Belastung, d. h. sie dehnen sich. Gummi ist sehr formstabil, kann sich aber dennoch unter Temperatureinwirkung dehnen. Um dies zu verhindern, wird bei Bahnenware seit vielen Jahren eine hochwertige Gewebearmierung eingesetzt (Polyamid). Bei Regeneratprodukten ist dies nicht ohne weiteres möglich, oder es wird aus Kostengründen unterlassen.

Übrigens: Die Verformung findet immer proportional zur Masse eines Körpers statt. Je dicker also das Material ist, desto mehr kann es sich dehnen.

Wiederverwendung oder "Entsorgung"?
Die Zerkleinerung von Gummiprodukten ist energieintensiv, und die Transportwege für das schwere Altmaterial sind weit. Recyclen durch Zerkleinern und anschließende Neuproduktion sind deshalb nicht immer ökologisch sinnvoll.

Sinnvoller kann es sein, ein ausgedientes Produkt nach einer langen Lebensdauer ohne zentrale Verarbeitung einer neuen Verwendung zuzuführen. Gebrauchte Förderbänder z.B. sind in vielen Ländern als preiswerte Laufgangbeläge und Befestigungen begehrt und können in dieser Funktion noch viele Jahrzehnte dienen.

TZ, 11.02.2004 – Huber Technik Vertriebs GmbH